Wollt ich schon immer haben.
Alles über Thermomix & co
Wollt ich schon immer haben.
Ok, obwohl Vowerk sich gerade auch über den Vertriebsweg definiert, hat dieser Film nichts mit Vorwerk zu tun, absolut nichts, gar nichts, wirklich nicht. Ich schwöre.
Aber er ist trotzdem toll.
Anders als die deutsche Vorwerk-Werbung versucht der amerikanische Thermomix-clip aufzuklären was das Produkt, in dem Fall der TM21, kann. Seht selbst.
Die Werbekampagne lief unter dem Motto „Ich habe ein sehr erfolgreiches kleines Familienunternehmen.“ Der Spott ist unterhaltsam, trotzdem wurde die Kampagne wieder eingestellt, da der Direktvertrieb laut Vorwerk so eine Unterstützung nicht braucht. Fast schon subtil werden die Vorwerkprodukte kurz in den Clip eingebaut, bei dem Thermomix handelt es sich natürlich noch um den Vorgänger, den TM21.
Urteilt selbst, viel Spaß.
Es war so ein bisschen eine Wette mit mir selbst. Ich hatte ein Telefonat mit einem Bekannten, der seit einigen Monaten für Vorwerk arbeitet. Ich fragte ihn bezüglich seines neuen Jobs bei Vorwerk aus und er erzählte über den Thermomix. Eine Vorführung wollte ich wirklich nicht und ich versuchte die Diskussion auf die Möglichkeiten für Vorwerk im Internet zu drehen. Er blieb skeptisch, gab mir die Adresse der regionalen Vertriebsleiterin oder wie auch immer der Titel ist.
Das Konzept des Direktvertriebs hat mich immer fasziniert, ich habe aber noch nicht einmal je eine Direktverkaufsveranstaltung besucht, das habe ich nun auf jeden Fall vor. Es ist so einfach, den Vertriebsweg klassisch zu managen, den Verkaufsakt zu abstrahieren und in kleine verdauliche Teile zu delegieren und es ist so anders es direkt zu verkaufen. Außerdem fand ich es ertaunlich mit welcher Konsequenz die Direktvertriebsunternehmen bei dem Konzept bleiben. Immerhin gibt es ja Bevölkerungsgruppen, die noch nie einen Kobold irgendwo in Aktion gesehen haben, die trotz 20 Jahre Verkauf noch nie etwas vom Thermomix gehört haben. Ich zum Beispiel. Häte man mich vor ein paar Tagen nach dem Kobold gefragt hätte ich passen müssen. Vorwerk kannte ich, aber das wars denn auch. Beworbene Marken dagegen kenne ich, auch wenn ich sie noch nie gekauft habe. Außerdem: Ist das direkt vertriebene Produkt nicht viel teurer?
Und ich überlegte wie ich eine Interneteinbindung in den Direktvertrieb strategisch machen ließe. Und da kam die Idee es einfach zu machen. Ich habe keine Verbindung oder Beziehung zu Vorwerk und ehrlich gesagt weiß ich nicht ob ich das überhaupt möchte. Im Augenblick ist es nur eine Entdeckungsreise und meine Wette mit mir selbst. Wir werden sehen.
Konkurrenz, welche Konkurrenz?“ werden überzeugte VorwerkerInnen und ThermixerInnen entgegnen. Na ja, da wer zum Beispiel das Messer, ein normaler Mixer, ein paar Töpfe und der Herd
Und was man mit einem „normalen und einfachen“ Mixer so alles anstellen kann, zeigt die Firma BlendTec hier bei YouTube.
Mein Favorit ist der „Movie Smoothie“ (siehe oben) aus einer DVD, einer Dose Cola und Mais… zum Nichtweiterempfehlen
Ach, Wikipedia, was wären wir ohne Dich. Der Artikel über Vorwerk ist wieder mal sehr interessant und informativ. Und natürlich klärt er über die Produkthistorie auf. Also der Thermomix TM 3300 wurde von 1982 bis 1997 gebaut, der TM 21 von 1997 bis 2004 und der TM 31 wurde 2004 eingeführt. Laut Wikipedia machte Thermomix 2005 261Mio Euro Umsatz und… ach warum soll ich mir die Finger wundschreiben, wenn Ihr es doch bei Wikipedia selbst lesen könnt.
Gegensätze ziehen sich an heißt es, warum nicht auch „Virales Marketing“ und Direktvertrieb? Und überhaupt, ist virales Marketing etwas anderes als ein Direktvertrieb per Web 2.0. (Bis jemand etwas besseres als Web 2.0 gefunden hat, muß ich den Begriff verwenden. Der Spiegel-Online hat eine interessante Serie über das Web 2.0.)
Virales Marketing basiert auf dem uralten Konzept des Weitertragens, Hörensagens und Empfehlens, nur dass es die Technologien und Trends der heutigen Zeit mit in eine Kampagne einbaut und damit den Schneeballeffekt noch einmal potenziert. Hotmail war eines der ersten Beispiele als Ende der 90er Jahre unter jedes versendete Email von Hotmailnutzern einen Link angehängt war auf dem der Empfänger klicken konnte um sich selbst bei Hotmail anzumelden. Simpel und effektiv. Heute scheint das selbstverständlich, damals war es revolutionär.
Der Direktvertrieb macht Kunden zu Verkäufern. Firmen wie Vorwerk nutzen virale Verkaufstechniken noch relativ wenig, fast schon unfreiwillig. Denn natürlich gibt es ein Heer von internetten Vorwerkerinnen, die die Möglichkeiten der neuen Medien ausnutzen. Über Diskussionsforen, Webseiten, Empfehlungsdiensten wie Dooyoo, Ciao & Co wird die Thermofixbotschaft schon jetzt verkauft. Nur offiziell läuft nichts. Vorwerk sagt, dies ist ein (neudenglisch) „Peoplebusiness“, auf altdeutsch könnte man es menscheln nennen. Aber ist dies tatsächlich mit einer aktiven Internet-Strategie unvereinbar?
Das Web 2.0 und das virale Marketing sind auch die Wiederentdeckung des Persönlichens im Internet. Das Netz wird weniger anonym. Blogs sind individuelle Räume die in sozialen Netzen eingespannt sind. Diese Personifizierug schafft Vertrauen und Vertrauen ist widerum die Basis des Direktvertriebs.
Ich habe zwar noch keine Antwort wie genau ein Direktvertrieb das virale Marketing und Web 2.0 Technologien nutzen kann, nur dass es sie nutzen wird steht für mich außer Frage. Die Prinzipien ähneln sich zu sehr und die Techniken sind viel zu kompatibel als das sie von Firmen wie Vorwerk weiterhin ignoriert werden können. Und überhaupt, es wird nicht nur eine Antwort geben…
RedDot hat den Designpreis 2005 für den TM31 in der Kategorie „Produkt Design“ gewonen Red Dot Award: Product Design 2005. Designer sind Uwe Kemker und Rolf Strohmeyer. Gefunden habe ich den Bericht bei „International Design Awards“ und hier die Bestätigung. Und hier die Begründung und Beschreibung von reddot.
PS 1: Die Vorgänger TM21 und 3300 sahen bei weitem nicht so sexy wie der TM 31 aus
PS 2: Vorwerk ist für solide und sehr funktionale Produkte bekannt, eine Voraussetzung für den Direktvertrieb, der schließlich darauf beruht, dass zufriedene Kunden das Produkt weiterempfehlen, bzw. weiterverkaufen. Ehrlich gesagt hatte ich Vorwerk immer mit altbackenem Design in Verbindung gebracht – die Reddot Auszeichnungen für Kobolde & Co haben mich etwas besseres gelehrt.
Vorwerk scheint eine Vorliebe für Kürzel zu haben, aktuell gibt es den TM31. TM steht für Thermomix, nehme ich an. Ansonsten habe ich noch bei Ebay den TM21 und den 3300 entdeckt. Gibt es noch andere?